Zum Sommersemester 1999 wurde am Physikalischen Institut der Universität Erlangen-Nürnberg das Projektpraktikum eingerichtet. Es richtet sich an Physikstudenten (Bachelor, Lehramt und beschleunigter Studiengang) des 3. Semesters und wird alternativ zum Anfängerpraktikums- Modul GP-2 angeboten.
Ziel dieses neuartigen Praktikums ist es, die Studenten auf Aufgabenstellungen und Arbeitsweisen vorzubereiten, wie sie auch in der Realität physikalischer Forschung auftauchen. Gefragt sind dabei Kompetenzen wie Kreativität, Teamfähigkeit und die Kunst, eine Fragestellung in ein Experiment übersetzen zu können.
Das Projektpraktikum verfolgt dazu einen Ansatz, der das selbständige wissenschaftliche Arbeiten in den Vordergrund stellt und geht daher ab von den fertig aufgebauten Versuchen mit vorgeschriebener Durchführung der klassischen Praktika.
So finden die Studierenden des dritten Semesters (erstmal) leere Tische vor. Die Teilnehmer schlagen dann selbst die zu bearbeitenden Themen vor, konzipieren ein passendes Experiment und führen es einschließlich der Auswertung und Interpretation vollständig durch. Sackgassen sind in diesem Praktikum erstmals nicht unerwünscht, sondern gehören (wie bei jeder forschenden Tätigkeit) ganz natürlich mit zur Problemlösung.
Die Studierenden bilden dabei Teams von 5-6 Personen, die sich selbst organisieren. Dazu gliedern sie die Projekte und verteilen die einzelnen Aufgaben eigenverantwortlich auf die Teammitglieder.
Im Semester werden so vier verschiedene Projekte aus unterschiedlichen Bereichen der Physik bearbeitet. Diese weisen jeweils eine Dauer von 2-4 Wochen auf. Unterstützung bei der Strukturierung erfahren die Studierenden von einem Tutor, der die Gruppe über das Semester hinweg betreut.
Für die Umsetzung ihrer Ideen stehen den Teams eigene äumlichkeiten, ein modernes Rechnernetzwerk, computergestützte Messerfassungssysteme, Analysesoftware, die Werkstätten des Physikalischen Instituts und nicht zuletzt ein umfangreiches Materiallager zur Verfügung.
Durchgeführte Versuche behandelten so unterschiedliche Fragestellungen wie
- den Feldverlauf in einer Haushalts-Mikrowelle
- die Entfernungsmessung per Dopplereffekt
- den Vergleich verschiedener Methoden zur Geschwindigkeits- und Beschleunigungsmessung
- die Holographie
- den Operationsverstärker
- den Bau einer Rail-Gun
- die Physik der Wasserrakete
- Nachweis der Sonolumineszenz
- Schallausbreitung in Medien
- Untersuchung des Tunneleffektes bei Mikrowellen
und vieles mehr.
Hier geht es zur Homepage des Projektpraktikums
Department für Physik